Hans Jürgen Brockhaus aus dem Gemeinderat verabschiedet

 

Rede von BM Alexander Fleig

Sehr geehrte Mitglieder des Freudentaler Gemeinderats,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Gäste,

Anfang November diesen Jahres hat mich eine E-Mail erreicht, in der unser langjähriger Gemeinderat Herr Hans Jürgen Brockhaus aus gesundheitlichen Gründen sein Ausscheiden aus dem Freudentaler Gemeinderat beantragt hat.

Der Gemeinderat hat in der Sitzung am 13. November dem Antrag zugestimmt und auch den in den Gemeinderat nachrückenden Ersatzbewerber, Herrn Stefan Seitz, in sein Amt verpflichtet.

Heute Abend wollen wir nun Herrn Hans Jürgen Brockhaus ganz offiziell aus dem Freudentaler Gemeinderat verabschieden und heiße Sie hier im Bürgerhaus „Alte Kelter“ alle recht herzlich willkommen. Schön, dass Sie gekommen.

Deshalb gilt nun mein ganz besonders herzlicher Willkommensgruß Ihnen, lieber Herr Brockhaus und Ihrer Frau. Ich und alle Gäste freuen sich, Ihnen heute für Ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in den Gemeinderäten in Bietigheim-Bissingen und Freudental zu danken und Sie offiziell zu verabschieden.

Ich freue mich deshalb, dass nicht nur viele Weggefährten aus der Freudentaler Gemeinderatszeit gekommen sind, sondern auch Personen, mit denen Sie in Bietigheim-Bissingen tätig waren. Hier gilt mein persönlicher Gruß Herrn Dieter Petri.

Ganz herzliche Grüße darf ich auch von meinem Kollegen, Herrn Oberbürgermeister Jürgen Kessing, ausrichten. Er versucht, im Laufe der Verabschiedung vielleicht noch kurz dazu zu stoßen.

Und wie wir alle wissen, sind Sie, lieber Herr Brockhaus, ein echtes „SPD-Urgestein“ und haben „Ihre Partei“ hier in Freudental als Ortsvereinsvorsitzender vertreten. Es sind deshalb vom Ortsverein aus Bietigheim-Bissingen, Frau Brigitte Bartenstein und Herr Thomas Bartenstein gekommen. Ihnen auch ein herzliches Willkommen und Danke, dass Sie bei der Verabschiedung von Herrn Brockhaus mit dabei sind.

Ein letzter Willkommensgruß gilt unserem Ehrenbürger und meinem Vorvorgänger, Herrn Hartmut Singer.

Lieber Herr Brockhaus, wie eingangs erwähnt, haben Sie aus sehr bedauerlichen aber mehr als verständlichen Gründen ihr Ausscheiden aus dem Freudentaler Gemeinderat nach mehr als 14 Jahren beantragt.

Insgesamt kommen Sie aber auf beachtliche 26 Jahre ehrenamtlicher Gemeinderatstätigkeit, nachdem Sie auch von 1980 – 1992 insgesamt 12 Jahre Stadtrat in Bietigheim-Bissingen gewesen sind.

Ich durfte Sie deshalb im Juni 2018 für Ihre 25-jährige Gemeinderatstätigkeit mit einer Ehrung des Gemeindetags Baden-Württemberg auszeichnen.

In Freudental waren Sie wie gesagt zusammengerechnet 14 Jahre Gemeinderat, wobei Sie dies nicht ununterbrochen waren. So sind Sie zunächst im Jahr 2002 für 2 Jahre als Gemeinderat nachgerückt. Bei der nächsten Wahlperiode waren Sie dann wieder Nachrücker bei der SPD-Fraktion und rückten 2007 erneut für einen ausscheidenden Gemeinderat nach. Seit der Kommunalwahl im Jahr 2009 waren Sie ununterbrochen im Freudentaler Gemeinderat aktiv und wurden bei der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres mit 377 Stimmen an Platz zwei der SPD-Liste gewählt.

Sie, lieber Herr Brockhaus, haben in den vergangenen Jahren die Geschicke unserer schönen und lebenswerten Gemeinde miterlebt, mitgestaltet und mitgelenkt. Sie haben sich im Heimatort Ihrer Ehefrau eingebracht und dabei war Ihnen sehr an einer zukunftsfähigen Entwicklung gelegen. Insbesondere war Ihnen die Weiterentwicklung der Kinderbetreuungseinrichtungen aber auch der Freudentaler Grundschule sehr wichtig. So waren Sie zuletzt einer der großen Unterstützer für die Einführung der Ganztagesschule an unserer Grundschule – die heute im zweiten Schuljahr sehr erfolgreich arbeitet und ein wichtiger Standortfaktor für die Gemeinde Freudental darstellt.

In all den Jahren waren Sie Mitglied im Verwaltungs- und Sozialausschuss und haben sich mit Ihrem Fachwissen als Lehrer (sowie einer Erzieherin als Ehefrau) eingesetzt. So wurde in dieser Zeit u.a. sehr frühzeitig an der Freudentaler Grundschule eine Kernzeitbetreuung eingeführt und nun seit dem Schuljahr 2018/2019 eine Ganztagesschule in Wahlform eingerichtet.

Aber auch im Kindergartenbereich war die Gemeinde Freudental in dieser Zeit immer eine der ersten Gemeinden, die sich Neuerungen und Verbesserungen zu Gunsten der Elternschaft angenommen hat. So wurde neben dem Regelkindergarten das Angebot der verlängerten Öffnungszeiten bis hin zu einem Ganztagesangebot schnell ausgebaut. Dabei war Ihnen auch immer wichtig, dass gut ausgebildetes Personal die Aufgaben in den kommunalen Einrichtungen übernimmt.

Neben diesen wichtigen Themen waren in den letzten Jahren viele weitere wichtige Entwicklungen und Projekte zu stemmen, wobei Ihnen die soziale und ökologische Entwicklung im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde wichtig war. Ich möchte nur ein paar wichtige Projekte aus den letzten Jahren stellvertretend nennen:

  • Aufnahme in das Landessanierungsprogramm mit dem Gebiet „Ortskern II“

  • Gründung des Eigenbetriebs „Versorgung“

  • Bau des Nahwärmenetzes „Ortsmitte Freudental“ (ich verspreche ich Ihnen, dass wir im nächsten Jahr nochmals einen Anlauf für die Seestraße machen!)

  • Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses

  • Sanierung des Kleinspielfelds

  • Sicherung der Wasserversorgung

  • und natürlich die bauliche Entwicklung „Alleenfeld“

Von 2011 – 2014 waren Sie, lieber Herr Brockhaus, auch zweiter stellvertretender Bürgermeister und hatten in der bürgermeisterlosen Zeit in den Jahren 2011 / 2012 zusammen mit dem ersten stellvertretenden Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde gelenkt und weitere repräsentative Termine zu übernehmen.

Es ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, dass sich Menschen wie Sie sich über einen so langen Zeitraum im Ehrenamt engagieren. Sie haben zusammen mit Ihrer Frau viel an Zeit geopfert, sich für die Gemeinschaft eingesetzt und so die Demokratie am Leben gehalten. Dies verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung.

Mit ihrem Ausscheiden verliert der Freudentaler Gemeinderat einen „alten Hasen“, der auf sachbezogene Arbeit und sachliche Diskussionen großen Wert gelegt hat. Damit verliert der Gemeinderat einen großen Fundus an Wissen sowie an kommunalpolitischer Erfahrung.

Lieber Herr Brockhaus, im Namen des Gemeinderats, der Verwaltung, der Bürgerschaft und auch persönlich bedanke ich mich nochmals für die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Wir alle wünschen Ihnen alles Gute, aber vor allem Gesundheit.

Zur Erinnerung habe ich für Sie ein Bild des Gemeinderats als Geschenk mit dabei – damit Sie die Zeit als Freudentaler Gemeinderat in guter Erinnerung behalten. Leider konnten wir den Gutschein für den Besuch eines VfB-Spiels noch nicht einlösen – deshalb gibt es heute den aktuellen VfB-Kalender 2020.

Vielen Dank.“

Anschließend sprachen die Gemeinderäte Michael Bertet, Ulrich Greß und Norbert Schmatelka jeweils ein Grußwort und bedankten sich für die immer sehr gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, aber auch die guten freundschaftlichen Beziehungen.

Seinen Dank für die Tätigkeit als Stadtrat sprach Herr Dieter Petri aus, der gemeinsam mit Herrn Brockhaus im Bietigheimer Gemeinderat viele Jahre „kreativ chaotisch“ tätig war.