1. Das Freudentaler Schloss --------------------------- 1727 kaufte Graefin von Wuerben geboeren von Graevenitz das Dorf Freuden- tal. Von Ober- baumeister Reti, dem Erbauer des Ludwigsburger Barockschlos- ses liess sie das Freudentaler Schloss errichten und den Park anlegen. Die erweiterte Schlossanlage war Anfang des 19. Jahrhunderts Sommerresidenz des Wuerttembergischen Koenigs Friedrich I. Seit 1911 war das Schloss samt Park Erholungsheim der Stuttgarter Ortskrankenkassen und seit 1961 ist es Alten- und Pflegeheim des Landkreises Ludwigsburg. 2. Rathaus ---------- Dieses Gebaeude, 1810-1811 durch Koenig Friedrich von Wuerttemberg fuer die Angehoerigen des Koeniglichen Hauses als Prinzenbau erstellt, war Bestand- teil der Schlossanlage. Bis 1963 befand sich im Obergeschoss die Schule mit einem eigenen Aufgang am westlichen Giebel. Das Rathaus war im Erdgeschoss untergebracht. 1972 entstand nach Renovierung das heutige Rathaus. 3. Ehemalige Kaserne -------------------- Koenig Friedrich I. von Wuerttemberg hielt sich haeufig im Freudentaler Schloss auf. Er liess dieses Gebaeude Anfang des 19. Jahrhunderts fuer seine Wachmannschaft als Kaserne erbauen. Das Gebaeude war zunaechst einge- schossig und wurde spaeter aufgestockt. 1992/93 wurde das Haus getreu seinem urspruenglichen Erscheinungsbild reno- viert. 4. Ehemaliges Pfarrhaus ----------------------- Dieses Pfarrhaus wurde 1775 erbaut. Waehrend der Zeit Koenig Friedrichs war in Freudental Pfarrer Seubert "pator loci". Er hat sich vor allem durch ei- ne ausfuehrliche Dorf-, Schul- und Kirchenchronik verdient gemacht. Das Ge- bauede mit seinem Knueppelwalmdach gehoert zu den ortsbildpraegenden Bau- werken. 5. Buergerhaus Alte Kelter -------------------------- bereits um 1570 wird die Kelter als "mitten im Dorf gelegen" beschrieben. Das Gebauede diente diesem Bestimmungszweck bis 1986. Wegen des schlechten Bauzustandes wurde die Kelter 1990 abgebrochen und in ihrer urspruenglichen Form und Aussehen als Buergerhaus wieder aufgebaut. 6. Evangelische Kirche ---------------------- Die Kirche wurde 1686 erbaut und am 17. April 1687 in Anwesenheit von Her- zog-Administrator Friedrich Karl eingeweiht. Von der vorigen Marienkapelle sind Reste im Chorturm erhalten. Im Kircheninnern befinden sich an der Em- pore kunstvolle Medaillons mit Bildmotiven. Im Turm haengt die vermutlich aelteste Glocke des Landkreises Ludwigsburg aus dem 13. Jahrhundert. 7. Der Maeuseturm ----------------- Ueberleibsel des "Schlosses mitten im Dorf". Bis Mitte des letzten Jahrhun- derts war dieser Turm das Arresthaus der Gemeinde. 8. Ehemaliges juedisches Frauenbad ---------------------------------- Dieses Badhaus wurde nicht nur fuer die rituellen Waschvorschriften der ju- edischen Gemeindemitglieder benutzt, sondern war auch der Treffpunkt der juedischen Frauen, die hier ihre Probleme besprachen. 9. Sogenanntes Judenschloessle ------------------------------ Erbaut 1614, einst Gesindehaus des "Schlosses oben im Dorf". Freiherr Jo- hann Gottlob Zobel von Giebelstadt war von 1710 bis 1727 Besitzer des Dor- fes. Er holte 1723 die ersten 6 juedischen Familien nach Freudental, ver- kaufte ihnen einen Schutzbrief und brachte sie in diesem Gebaeude unter. 10. Ehemalige Freudentaler Synagoge ----------------------------------- Dieses historische Gebaeude war von 1770 - 1938 die Synagoge der juedischen Gemeinde Freudental. Es steht seit 1927 unter Denkmalschutz. 1723 kamen die ersten juedischen Familien hierher. Hier lebte eine bedeutende juedische Gemeinde. Unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden 1941 die letzten juedischen Mitbuerger deportiert. 11. Das Stutendenkmal --------------------- Das im Plan nicht mehr eingezeichnete Denkmal befindet sich am Ende des Stutenwegs. Koenig Friedrich liess seine Stute Helene, 2 Tage nachdem sie verendet war, dort begraben und ihr ein Denkmal setzen. Ein Schelm schrieb darauf: 'O Schimmel, kommst net in Himmel! S wird a Frag sein, kommt dein Herr drein.' 12. Der juedische Friedhof -------------------------- Ebenfalls nicht eingezeichnet ist der juedische Friedhof, der sich im Nord- westen der Gemeinde befindet. Der Friedhof wurde 1811 angelegt, nachdem der bestehende in der Alleenstrasse aufgegeben werden musste. Er umfasst 460 Grabstaetten. Als letzter Jude wurde hier 1970 Julius Marx begraben, der 1888 in Freudental geboren wurde und bis zu seinem Tode in Zuerich lebte.