Rückblick auf das Nachfahrentreffen und die Eröffnung des „Gartens der Erinnerung“

Von Donnerstag, 26.10.2017 – Montag, 30.10.2017 fand zum ersten Mal auf Einladung der Gemeinde Freudental ein Nachfahrentreffen von ehemaligen jüdischen Freudentaler Familien statt. Die offizielle Begrüßung fand am Donnerstagabend im voll besetzten Rathaus Freudental statt. BM Alexander Fleig konnte die ersten Gäste in Freudental willkommen heißen und freute sich auf viele interessante und spannende Begegnungen in den nächsten Tagen. Für die Nachfahren dankte Herr Patrick Levi der Gemeinde Freudental für die Einladung.

BM Alexander Fleig und Historiker Steffen Pross begrüßen die Nachfahren (Foto: Ramona Theiss)

Gleichzeitig mit der Begrüßung fand die Eröffnung der Bilderausstellung „VERWURZELT“ von Evelyn Spatz aus Kalifornien (USA) im Rathaus Freudental statt. Frau Spatz stellte sich und ihre Bilder kurz vor. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Freudentaler Rathauses zu sehen (oder nach Vereinbarung).

In die zweite Ausstellung „Vierte Dimension“ von Evelyn Spatz, die im Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge (PKC) zu sehen ist, führte Herr Prof Karl-Henning Seemann fachkundig ein. Die Ausstellung kann nach Vereinbarung besichtigt werden.

Am Freitag fand ein Besuchsprogramm für die Gäste aus Kanada, den USA, Guatemala, Spanien und Frankreich statt. Nach einer gemeinsamen Besichtigung des jüdischen Friedhofs in Freudental wurden die KZ-Gedenkstätte Vaihingen / Enz und das Klosteranlage Maulbronn besucht. Am Abend wurde gemeinsam mit Mitgliedern des Arbeitskreises „Erinnern und Gedenken“ in der ehemaligen Synagoge der Schabbat-Beginn mit einem entzünden der Kerzen gefeiert und einem abschließenden Abendessen abgerundet.

Mit einem gemeinsamen und eindrucksvollen Ortsrundgang zur Geschichte der jüdischen Familien in Freudental startete das Programm am Samstag. Zusammen mit Mitgliedern des Arbeitskreises und interessierten Bürgern aus Freudental verfolgten die Nachfahren die spannenden Ausführungen von Frau Barbara Schüßler (PKC) und Herrn Steffen Pross.

Die Gruppe am Ortsrundgang vor der ehemaligen Synagoge

An sieben Stationen brachte Herr Steffen Pross Erinnerungen zurück

Am Samstagabend waren die Gäste zum Abendessen in zahlreichen Freudentaler Familien eingeladen. Hier fanden intensive Gespräche, aber auch viele lustige Begegnungen statt – ein Highlight des Nachfahrentreffens für alle Beteiligten.

Der Sonntag startete mit einem ökumenischen Gottesdienst in evangelischen Kirche in Freudental, der von Pfarrer Maisenbacher und Frau Mäteling gestaltet wurden. Im Anschluss fand ein Brunch im Gemeindehaus statt, der von den Gymnastikfrauen organisiert wurde. Das Gemeindehaus war bis auf den letzten Platz belegt und sogar im Foyer standen die vielen Besucher an den Stehtischen, um viele Gespräche zu führen.

Im Gemeindehaus gab es spannende Begegnungen

Unter großer Beteiligung der Freudentaler Bevölkerung wurde am Sonntagnachmittag der „Garten der Erinnerung“ am Ende des Stutenwegs offiziell übergeben. Für den Arbeitskreis sprach Frau Dr. Christiane Weigner die Eröffnungsrede und betonte, dass hier an das gemeinsame Miteinander von jüdsichen und christlichen Bürgern gedacht werden soll. Und für die Zukunft soll es ein lebendiger Garten sein, der wachsen und gedeihen kann.

Eröffnung des Gartens der Erinnerung unter großer Beteiligung der Freudentaler Bevölkerung

Frau Dr. Christiane Weigner bei der Rede

Die Idee für den „Garten der Erinnerung“ kam von Frau Toby Sonneman, einer Nachfahrin aus den USA. Sie dankte bei der Eröffnung für die Umsetzung des Projekts und wünschte sich, dass an die „süßen Momente“ an diesem Ort gedacht werden soll.

Frau Toby Sonneman

BM Alexander Fleig dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen dieses einzigartigen Bürgerprojekts beigetragen haben. Sein Dank ging auch an die Sponsoren, die mit einer finanziellen Beteiligung zur Umsetzung beigetragen haben. Dies waren: KSK-Stiftung „Kultur“, VR-Bank Neckar-Enz, Berthold-Leibinger-Stiftung und Gartenfreunde Freudental.

BM Alexander Fleig pflanzte gemeinsam mit Toby Sonneman und Patrick Levi symbolisch einen Walnußbaum